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Der Gleissbergsche Sonnenfleckenzyklus 6. Professor GleissbergAbschließend möchte ich noch einige Bemerkungen
zu der Persönlichkeit von Prof. Wolfgang Gleissberg machen, dessen Name
untrennbar mit diesem Zyklus verbunden ist. Prof. Gleissberg lebte von 1903 bis
1986. In jungen Jahren als Amateurastronom in Breslau tätig, blieb er auch nach
dem Studium der Astronomie treu. Verschiedene Aufgaben erfüllte er an der
Sternwarte seiner Heimatstadt, bevor er Ende 1933 in die Türkei emigrierte.
Dort wurde er Professor der Astronomie und wirkte als Direktor des
Observatoriums in Istanbul. Im Jahre 1958 kehrte er nach Deutschland zurück, übernahm
eine Professur und wurde Direktor des Astronomischen Instituts der Universität
Frankfurt. Prof. Gleissberg war auf vielen Gebieten der
Astronomie tätig. Insbesondere aber auf dem Gebiet der Sonnenfleckenforschung.
Seine Untersuchungen führten eben zu diesem langen Fleckenzyklus, der etwa 80
Jahre beträgt und in der Literatur immer mehr als Gleissberg-Zyklus bezeichnet
wird, beispielsweise in [5]. Sein Buch „Die Häufigkeit der Sonnenflecken“
erschien 1952 im Akademie-Verlag Berlin [6]. Wie groß war meine Freude, als ich
es 1962 von meiner Frau zum Geburtstag geschenkt bekam. In der weiteren Folge
studierte ich dieses wissenschaftlich, aber sehr gut verständlich geschriebene
Werk in allen seinen Abschnitten. Das Buch weckte in mir großes Interesse an
der Fleckenstatistik. Mehrere meiner Veröffentlichungen in der
Zeitschrift „Die Sterne“ führten letztlich dazu, dass Herr Gleissberg mir
im Dezember 1977 einen ungewöhnlich freundlichen Brief schrieb. In der
folgenden Zeit schickte er Sonderdrucke, wohl von fast allen seinen Veröffentlichungen.
Dazu war immer ein erläuternder Text gegeben, oftmals viele Seiten. In seinen
Briefen und auch in meinen Antworten entwickelte sich dann ein sehr persönlicher
Stil. Ich bedauerte
sehr, dass ich Prof. Gleissberg nicht besuchen konnte. Von meinem Wohnort
Magdeburg war das damals ja nicht möglich. So schickte ich ihm ein Foto von
mir, weil ich dachte ein ähnlich aktuelles Bild von ihm zu bekommen. Das bekam
ich dann auch, mit einer sehr persönlichen Widmung. Nur zeigt es Herrn
Gleissberg, als er etwa 25 - 30 Jahre alt war. Da war ich überrascht, konnte
hieraus aber doch die große Bescheidenheit dieses Menschen ersehen. Bis zum Jahre 1983 erhielt ich jährlich etwa 4
hochinteressante Briefe. In seinem letzten Brief im April 1983 schrieb mir Herr
Gleissberg, dann von Schwierigkeiten, die auf sein Alter zurückzuführen sind.
Ich möchte seine Ausführungen aus Respekt vor der Persönlichkeit von Prof.
Gleissberg nicht zitieren. Nur war er sehr müde geworden, das Interesse an der
Astronomie erlahmte und sogar das Briefe schreiben fiel ihm schwer. Ich
respektierte seinen Wunsch und bedankte mich mit einer kurzen Postkarte für
diesen letzten Brief, den ich von ihm erhielt. Seine Veröffentlichungen nehme ich aber immer
wieder zur Hand, wenn es gilt, Fragen zur Fleckenstatistik zu klären. So möchte
ich diese Arbeit auch als eine Anerkennung des Wirkens von Prof. Gleissberg
verstanden wissen.
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